PQRST - EMV-, Niederspannungs- und Funkanlagenrichtlinie

 

EMV 2014/30/EU

LVD 2014/35/EU

RED 2014/53/EU

Einige der typischen und wichtigsten Richtlinien für elektronische Geräte stellen die EMV-, die Funkanlagen- und die Niederspannungsrichtlinie dar. Die Bewertung der Konformität erfolgt meist durch Anwendung harmonisierter Normen und führt zur Anbringung des CE-Zeichens. Mit den aktuellen Richtlinien sind sowohl  Hersteller und Bevollmächtigte, aber auch Importeure (="Einführer") und Händler davon betroffen.


Praktisch jedes elektrische und elektronische Gerät ist von der Richtlinie für elektromagnetische Verträglichkeit (kurz EMV) umfasst. Wesentliche Anforderungen sind dabei die Verträglichkeit gegen Störeinwirkungen (Immunität) und die Begrenzung von Störaussendungen (Emmission). Die aktuelle Richtlinie 2014/30/EU ist seit 20.04.2016 in Kraft. Typisch angewendete Normen sind die EN 55032 und die EN 55024 im Wohn- und Industriebereich, die EN 50121-3-2 und die EN 50121-4 im Bahnbereich oder die Fachgrundnormen EN 61000-6-2 und EN 61000-6-3.


Die neue Funkanlagen-Richtlinie (kurz RED) 2014/53/EU ist seit 13.06.2016 in Kraft; die Übergangsfrist der alten R&TTE-Richtlinie endet am 12.06.2017. Die RED hat wesentliche Änderungen in der Betrachtung von Geräten mit sich gebracht. Insbesondere fallen jetzt alle Geräte, die zum Zwecke der Kommunikation oder der Ortung Funkwellen ausstrahlen oder empfangen, in diese Richtlinie, und zwar unabhängig von deren primären Aufgaben - also auch beispielsweise Haushaltsgeräte, wenn diese mit einem WLAN-Modul ausgestattet sind oder nachgerüstet werden können!

Ist somit ein Gerät mit einem Modul zur Funkkommunikation ausgestattet, ist das gesamte Gerät nach RED und nicht mehr nach EMV zu bewerten. Die EMV-Eigenschaften werden typisch nach der EN 301 489-Serie, die Funkeigenschaften nach spezifischen Normen wie der EN 300 113 oder der EN 300 086 bewertet.


Die Niederspannungs-Richtlinie (kurz LVD) 2014/35/EU ist wie die EMV-Richtlinie seit 20.04.2016 gültig und gilt für Geräte, die mit 50...1000 V Wechselstrom oder 75...1500 VDC Gleichstrom betrieben werden. Die Niederspannungsrichtlinie kommt auch als Vorgabe zur Sicherheitsbewertung nach RED ohne Berücksichtigung der unteren Spannungsgrenzen zur Anwendung. Ein typischer Normenvertreter ist die EN 62368-1, der Nachfolger der EN 60950-1.